Argentinien gilt als der europäischste Staat in Südamerika. Die Bevölkerung besteht zum Großteil aus Nachkommen der europäischen Einwanderer der Kolonialzeit. Nur etwa 80.000 sind noch den Ureinwohnern, den Indianern, zuzuschreiben. Diese leben in den Außenregionen Argentiniens, in den patagonischen Anden oder im Gran Chaco.
Die spanischen Einwanderer brachten das System des ländlichen Adels mit nach Argentinien, wobei riesige Landgüter geschaffen wurden und bis heute noch fortbestehen. Für nachkommende Immigranten war es sehr schwer in die Agrargesellschaft einzudringen und deswegen waren Städtegründungen im Landesinneren schwierig.
In Buenos Aires hingegen wurde der größte Anteil der Aussiedler aufgenommen. Insbesondre Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die Menschen aus Europa dorthin, meistens aus Italien, Spanien, Frankreich oder Deutschland.
Der Mittelstand besteht aus 40 % der argentinischen Bevölkerung und im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern ist die Schere zwischen arm und reich nicht weit geöffnet. Die schweren Wirtschaftskrisen der vergangen Jahre haben den Mittelstand zwar eingeengt, dieser konnte sich jedoch behaupten. Viele Argentinier haben sich nach dem Verlust des Arbeitsplatzes selbstständig gemacht.
Dem großen Anteil des Mittelstandes steht jedoch ein zahlenmäßig gleicher Anteil der Arbeiterklasse gegenüber. Aufgrund der Wirtschaftskrisen in den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Armut innerhalb der Arbeiterschicht weiter ausgedehnt. Die Armen- und Elendsviertel in den argentinischen Städten dehnen sich immer weiter aus und die Unterschicht wird immer ärmer.