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Die Geschichte Argentiniens

Vor der Kolonialisierung durch die Spanier war Argentinien relativ dünn besiedelt. Das Inka-Reich breitete sich bis in den Nordwesten des Landes aus, wo viele Stämme die Technologie der Inkas und die Sprache Quechua übernahmen. Im Nordwesten Argentiniens lebte der Stamm Daiguita, der sich gegen den Einfluss des Inka-Reiches wehrte und seine eigene Kultur beibehielt. Der Stamm der Guaraní bevölkerte den Osten des Landes im Gran Chaco und wurde ebenfalls nicht vom Inka- Reich erfasst.

Im Jahre 1516 erreichte der spanische Seefahrer Juan Díaz de Solís das heutige argentinische Festland. Die Kolonialisierung begann zunächst aus zwei Richtungen: Den nordwestlichen Teil des Landes nahmen die Spanier von Peru aus in Besitz, während vom Atlantik aus Niederlassungen am „Río de la Plata“ gegründet wurden. Die heutige Hauptstadt Buenos Aires wurde 1580 errichtet,ein erster Versuch der Gründung 1536 durch den Widerstand der Ureinwohner gescheitert war.

Kathedralen im Kolonialstil zeugen von der Herrschaft der Spanier

Das heutige Argentinien gehörte zunächst zum Vizekönigreich Peru, was außer den portugiesischen Herrschaftsgebiet, ganz Südamerika umfasste. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Vizekönigreich des Río de la Plata vom Vizekönigreich Peru getrennt, nachdem bereits im Jahre 1717 das Vizekönigreich Neugranada von diesem abgespalten worden war. 1806 und 1807 scheitern die Engländer ,innerhalb eines Konflikts mit Spanien, bei dem Versuch Buenos Aires zu besetzen, am heftigen Widerstand der kreolischen Bevölkerung. Durch diesen Erfolg gewannen die Nationalisten den Mut und die Ambitionen die Unabhängigkeit von Spanien vorzubereiten. Zudem war das Mutterland Spanien aufgrund der Besetzung durch Napoleons Truppen und die Niederlage bei Trafalgar gegen die Engländer entscheidend geschwächt worden.

Als 1810 Frankreich Spanien besetzte, wurde am 25. Mai 1810 in Buenos Aires ein Kongress mit kreolischen Bürgern und Milizangehörigen einberufen und der spanische Vizekönig abgesetzt. Der 25. Mai gilt in Argentinien als Start in die Unabhängigkeit und ist heute der höchste argentinische Feiertag. Die Regierung des Landes erwies sich in den ersten Jahren nach dem Kongress als sehr instabil und es kam zu ständigen Regierungswechseln. Insbesondere über die künftige Staatsform gab es Differenzen zwischen der Provinz Buenos Aires und den Provinzen im Nordwesten Argentiniens. Während Buenos Aires eine konstitutionelle Monarchie forderte, verlangten, die in den nordwestlichen Provinzen lebende, indianische Bevölkerung ein südamerikanisches Großreich mit einem Nachkommen der Inka-Dynastie.

1816 wurde auf einem Kongress in San Miguel de Tucumán die Differenzen zwischen beiden Parteien diskutiert. Jedoch ohne großen Erfolg, wobei man die provisorische Regierung in Buenos Aires zunächst beibehielt. Das gesamte Königreich des Río de la Plata erklärte sich am 9. Juli 1816 endgültig für unabhängig, dennoch gab es weiterhin innenpolitische Auseinandersetzungen wodurch sich das heutige Bolivien 1825 und das heutige Uruguay 1828 abspalteten.

Der Konflikt zwischen Buenos Aires und dem Binnenland verschärfte sich, als die sogenannten Unitarier einen streng organisierten Zentralstaat, die Föderalisten hingegen einen lockeren Staatenbund forderten. 1817 wurde das Grundgesetz auf unitarischer Grundlage verfasst, was zu heftigen Widerständen in den Provinzen und letztendlich zu einem bis Mitte des 19. Jahrhunderts lang andauernden Bürgerkrieg führte.

Zwischen 1827 und 1852 besaß die Provinz Buenos Aires eine Vormachtstellung. Die übrigen Provinzen waren jedoch voneinander unabhängig. 1852 gewinnen die Föderalisten unter der Führung des Generals Juan Manuel de Rosas den Bürgerkrieg. Rosas wird Gouverneur von Buenos Aires und führt ein diktatorisches System ein, was zu weiteren Aufständen seitens der Unitarier führt. Der Gouverneur Justo José de Urquiza besiegt in der Schlacht von Caseros Rosas und verabschiedet 1854 die erste Verfassung Argentiniens. Nach jahrelangen Aufstände und Kämpfen gegen die Föderalisten gehen die Unitarier schließlich als Sieger heraus und können ihr Interessen in der Verfassung Argentiniens vertreten. Die ersten Wahlen finden 1862 statt, wobei der erste argentinische Präsident, Bartolomé Mitre, gewählt wird. Der Krieg der Triple-Allianz, Argentinien, Brasilien, Uruguay gegen Paraguay, während Mitres Amtszeit, zwingt Paraguay dazu seine Provinzen Misiones und Formosa an Argentinien abzugeben.

Die Regierung des Präsidenten Roca rottete die Region der Pampa Indianer nahezu aus und nutzte die Fläche für Landwirtschaft. Mitte der 1880er Jahre hatten ein Großteil der Bevölkerung sowie Einwanderer kein Stimmrecht, was zu einer Gegenbewegung führte. Die Partei Unión Cívica Radical (UCR) wurde unter Hipólito Yrigoyen gegründet und vom bürgerlichen Mittelstand getragen, die sich gegen die korrupte Herrschaft der Reichen richtete. 1912 trat eine neue Reform des Wahlgesetzes in Kraft und ermöglichte der Unión Cívica Radical die bestehende Regierung abzulösen.

1930 wurde Yrigoyen bei einem Militärputsch gestürzt. 1932 kam es zu erneuten Wahlen aus denen Augustin Pedro Justo als Sieger hervorging. Die 1930er Jahre waren von Wahlbetrug, rechstausgerichteten und militärischen Regierungen geprägt und sind besser bekannt als „das berüchtigte Jahrzent“. Nachdem der Präsident Ramón Castillo 1943 durch einen Putsch gestürzt wurde erhielt das Militär in einer Übergangsphase bis 1946 die Macht. In dieser Zeit gelang es dem jungen Offizier Juan Perón durch seinen Einsatz für das argentinische Volk an die Macht zu kommen und wurde schnell zum Volkshelden in der Arbeiterklasse. Die Wahlen von 1946 brachten Perón als Sieger hervor. Der Personenkult, besonders seiner Frau Eva Duarte Perón (Evita), und nationalistische Propaganda waren wichtige Pfeiler von Peróns Herrschaft.

Ein Militärputsch 1955 beendete Peróns Regierung. In der Zeit nach Peróns Amtszeit zwischen 1955 und 1973 spaltet sich die Gesellschaft in einen konservativen rechten und einen liberalen linken Flügel. Die immer größer werdende Inflation und die hohe Arbeitslosigkeit führten im Mai 1969 zu einem Aufstand des Volkes in der Stadt Córdoba. 1976 ergreift das Militär die Macht in Argentinien und beginnt mit seiner ideologischen Säuberung. Andersdenkende und Widerständler wurden bekämpft, gefoltert oder getötet. Aufgrund des Versagens der Wirtschaftspolitik des Militärregimes wird 1983 Raúl Alfonsí aus der Unión Cívica Radical, UCR gewählt. Unter der neuen demokratischen Regierung werden die Untaten der Militärregierung aufgedeckt und Schuldige zu Freiheitsstrafen verurteilt. Jedoch führt die neu eingeführte Währung Austral und die radikale Sparpolitik des Landes zu einer Hyperinflation, wodurch die Armutsrate erheblich anstieg.

Der neu gewählte Präsident Carlos Menem wollte mit seiner Politik die Stabilität des Landes wieder herstellen und koppelte den argentinischen Peso im Verhältnis 1:1 an den US Dollar. Diese Währungspolitik führte zwar zu Vertrauen, jedoch auch zu weiterer Arbeitslosigkeit, da die Staatbetriebe privatisiert wurden und es zu Massenentlassungen kam. Die Amtszeit Menems war von hoher Arbeitslosigkeit, Armut und Korruptionsaffären in der Regierung geprägt.

1999 wird Fernando de la Rúa zum Präsidenten gewählt . Dieser kann die durch Menems Politik herbeigeführte Wirtschaftskrise nicht ändern und tritt 2001 wegen starken Unruhen und Plünderungen von seinem Amt zurück. In den folgenden Jahren wechselten mehrere Präsidenten bis im Mai 2003 Néstor Kirchner als Wahlsieger hervorging. Kirchner setzte auf einen neuen Reformkurs, um die Situation des Landes zu verbessern. Die argentinische Wirtschaft erholte sich und führte zu einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 8,7%. Die Wahlen von 2007 brachten als Sieger die Ehefrau Kirchners, Christina Fernández de Kirchner, hervor ,die die Politik ihres Ehemanns weiterführt.


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